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Ich bin Floortje van Loon und ich bin 53 Jahre alt. Ich wurde 1972 in Südafrika geboren, in der Nähe von Kapstadt. Meine Eltern waren aus den Niederlanden dorthin gezogen. “Mein Vater wollte eine andere Herausforderung, ein anderes Leben“, sagt er.

Schon bald nach meiner Geburt wurde klar, dass ich eine körperliche Behinderung hatte. Ich entwickelte mich langsam und verbrachte meine ersten Jahre in einem Rehabilitationszentrum. “Ich konnte nicht laufen, bis ich drei Jahre alt war. Ich lag mit meinen motorischen Fähigkeiten weit zurück.“

Schwierige Kindheit

Im Jahr 1978 kehrten wir mit unserer Familie in die Niederlande zurück. Nicht lange danach trennten sich meine Eltern. Meine Kindheit war kompliziert und oft schwierig. “Meine Eltern gaben mir und meinen Geschwistern das Gefühl, dass wir nicht erwünscht waren. Das hat tiefe Spuren hinterlassen.“

Als in der Schule klar wurde, dass meine Mutter mich missbrauchte, zog ich durch einen Gerichtsbeschluss zu meinem Vater.

Als ich 12 war, zog ich zu meinem Vater, während meine Zwillingsschwester bei meiner Mutter wohnte. Da der Schulweg zu weit war, wohnte ich intern im Rehabilitationszentrum. “Eigentlich konnte ich nicht bei meinem Vater wohnen, er wohnte in Nieuwegein und die Mytylschool (eine angepasste Schule für Kinder mit körperlichen Behinderungen, Anm. d. Red.) in Arnheim war zu weit entfernt. Das Rehabilitationszentrum befand sich direkt neben der Schule, und so lebte ich dort drei Jahre lang intern, während ich an den Wochenenden bei meinem Vater wohnte.“

Rückblickend betrachtet, hat mir diese Zeit auch etwas Wertvolles gegeben. “Da habe ich meine Jugend wiedergefunden. Zum ersten Mal spürte ich Freiheit. Ich war nicht mehr nur das stille, ängstliche Mädchen.“

Zwillingsschwester

Später traf mich das Leben erneut hart. Meine Zwillingsschwester Lydia starb durch Selbstmord im Alter von 16 Jahren (1988). “Dieser Verlust geht nie vorbei“, sage ich. “Das muss er auch nicht. Er ist in das eingewoben, was ich bin und was ich mache.“

In den folgenden Jahren verlor ich auch meine Mutter (1998) und meinen ältesten Bruder (1999). “Irgendwann dachte ich: Jeder stirbt einfach. Vielleicht ist es meinetwegen.“ Dieser Gedanke führte bei mir zu einer Essstörung.

In den Jahren 2002 und 2007 war ich wegen Magersucht im Krankenhaus. Es folgten Jahre der Behandlung und des betreuten Wohnens. Schließlich landete ich in einem Rollstuhl. Doch allmählich entstand wieder Raum, um nach vorne zu schauen. “Irgendwann dachte ich: Ich kann sterben oder ich kann leben. So einfach ist das nicht, aber es wurde mein Ausgangspunkt.“

Almelo

Im Jahr 2005 zog ich nach Almelo. Dort begann ich nach Jahren der Pflege und Abhängigkeit zaghaft, Kunst zu machen. “Ich hatte eine Meinung, ich engagierte mich für die Welt, aber ich konnte das nirgendwo ausdrücken.“

Mit 41 begann ich, digitale Collagen zu erstellen. Ich habe mir selbst beigebracht, mit Photoshop zu arbeiten. “Ich bin Autodidakt. Ausschneiden, einfügen, kombinieren – so habe ich meine eigene Sprache gefunden.“

Meine Arbeit reflektiert Themen wie Verlust, Verletzlichkeit, Identität und Ungleichheit. “Ich zeige Traurigkeit, aber auch Freude. Kummer, aber auch Stärke. Dinge, die ich früher nicht ausdrücken konnte, kann ich jetzt zeigen.“

Meine Bilder wirken manchmal ruhig oder schön, aber wer genauer hinsieht, entdeckt oft eine tiefere Schicht. “Die Leute sehen eine Frau im Rollstuhl oder jemanden mit einer schwierigen Geschichte. Aber das ist nicht die ganze Geschichte. Genau wie bei meiner Arbeit: was man sieht, ist nie das komplette Bild.“

Damit möchte ich zeigen, wie schnell wir dazu neigen, zu urteilen. Auch ich persönlich treffe dabei klare Entscheidungen. Nach einem schweren Krankenhausaufenthalt vor 2 Jahren, bei dem ich auf der Intensivstation landete, starb zu dieser Zeit mein Vater (2024). Unsere Beziehung war seit Jahren schlecht, was mich sehr traurig stimmte, so dass ich bei der Verabschiedung nicht dabei sein konnte und meinen Vater nicht wiedergesehen habe, was immer noch schwer wiegt und ich kann seinen Tod auch nicht fassen.

Das verstärkte nur das Gefühl, mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

“Ich bin, wer ich bin“

Ich nenne mich sowohl ‚Floortje‘ als auch ‚Floor‘. “Ich will nicht mit dem Mob laufen. Ich bin, wer ich bin.“

Diese beiden Seiten kommen in meiner Kunst zusammen: persönlich, manchmal konfrontativ, aber auch hoffnungsvoll. Mit ‚It’s not what it seems‘ möchte ich zeigen, dass hinter jedem Bild und hinter jeder Person eine Geschichte steckt, die tiefer ist als das Äußere.

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